Häusliche Ergotherapie bei Demenz

Familien mit Demenzerkrankten müssen vielschichtige Herausforderungen meistern. Ergotherapie kann bei der Bewältigung einiger Problemsituationen helfen.

Die häusliche Ergotherapie bei Demenz ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Programm für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung und ihre Angehörigen. Es findet als Hausbesuch im Rahmen von 10-12 Behandlungseinheiten statt.

 

Ziele sind eine hohe Kompetenz, Autonomie und Lebenszufriedenheit der Betroffenen bei der Durchführung von Alltagsaktivitäten zu erhalten;

den Angehörigen mit der Betreuungssituation nicht zu überfordern;

wichtige Alltagsaktivitäten so zu gestalten, dass sie Betroffene und Angehörige zufriedenstellen und nicht zu viel Stress und Zeitdruck mit sich bringen.

 

 

Vorraussetzungen für die Teilnahme am Programm ist das Vorliegen einer Demenz mit leichtem oder mittelgradigem Ausmaß mit mindestens moderatem Hilfebedarf bei Alltagstätigkeiten (Haushalt, Selbstversorgung, Freizeit) sowie eine hauptversorgende Pflegeperson (z.B. Ehepartner), die Veränderungswünsche hinsichtlich Alltagsaktivitäten hat und körperlich und geistig in der Lage ist, Therapievorschläge umzusetzen.

 

Was ist, wenn die Vorraussetzungen nicht erfüllt sind? Kann eine Ergotherapie trotzdem sinnvoll sein?

 

Generell sollten Symptome wie Vergesslichkeit und Konzentrationsschwierigkeiten immer von einem Facharzt abgeklärt werden. Es muss nicht immer eine Demenz dahinterstecken. Auch andere Erkrankungen (wie Infektionen, Mangelernährung oder Depressionen) können diese Symptome hervorrufen. 

 

Bei einer Demenz im Anfangsstadium mit nur leichten kognitiven Einschränkungen und kaum Hilfebedarf bei Alltagsaktivitäten, können wir als Ergotherapeuten den Patienten mit kognitiv-verhaltenstherapeutischen Techniken unterstützen. So können wir über das Krankheitsbild und dessen Verlauf aufklären und mit weiterführenden Informationen beratend zur Seite stehen.

 

Ist eine Demenz sehr weit fortgeschritten und beginnt der Betreuungsaufwand die Belastungsgrenzen der Angehörigen zu übersteigen, können wir das Umfeld hinsichtlich alternativer Entlastungsoptionen beraten.

Allgemeine Hinweise zur Ergotherapie bei Demenz

 

Demenz ist eine nicht heilbare Erkrankung. Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Betroffenen und seine Angehörigen zu coachen, um so lange wie möglich eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten.

Das Bearbeiten von Gedächtnisübungen / Arbeitsblättern erachten wir auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse als nicht zielführend bezogen auf den Erhalt kognitiver Fertigkeiten. Vielmehr streben wir eine langfristige, aktive Teilhabe im Alltag an.